Manche Begegnungen im Leben sind ein Geschenk ❤️
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Heute ist mir beim Aufräumen ein Brief in die Hände gefallen. Er stammt von einem meiner Gesangslehrer aus jener Zeit, in der ich intensiv im Musicalbereich tätig war und meine Stimme stark gefordert habe: Heinrich von Bergen. Leider ist er vor Kurzem verstorben.

Dieser Brief hat mich innehalten lassen. Und plötzlich war sie da: die Erinnerung an all die wundervollen Menschen, denen ich auf meinem bisherigen Lebensweg begegnen durfte. Menschen, die mich gefördert, gefordert, inspiriert und geprägt haben. Menschen, die einen Teil dazu beigetragen haben, dass ich heute die bin, die ich bin.

Wenn ich zurückblicke, kommen mir so viele Namen in den Sinn.

Da sind meine Lehrerinnen und Lehrer aus der Schulzeit: meine Erstklasslehrerin Irene Späti, mein Klassenlehrer Dominique Rieben, Frau Suter – damals legte sie Wert auf die Anrede «Fräulein Suter» – und mein Gewerbeschullehrer Josef Zuber.

Im Berufsleben durfte ich grossartige Lehrmeister, Vorgesetzte und Wegbegleiter kennenlernen, darunter Bruno Fluri und Demmler – Ralf, wenn ich mich richtig erinnere, von MCC in Biel. Auch meine kurze Zeit im Team rund um den smart war eine unvergessliche Erfahrung. Kollegschaften und Freundschaften sind bis heute geblieben!

Mein beruflicher Weg verlief immer auf zwei Spuren: Einerseits arbeitete ich im Hochbau, als Zeichnerin und in der Projektleitung und im Designbereich. Andererseits gehörte meine Leidenschaft der Musik, dem Gesang, der Bühne und dem Theater.

Da es damals in der Schweiz noch keine eigentliche Musicalausbildung gab, suchte ich mir meinen Weg selbst. Ich bildete mich am Konservatorium Biel und in Freiburg sowie an der Stage School Hamburg, Privatunterricht in Gesang, klassischem Gesang, Gesangstechnik und Schauspiel. Ein Diplom – heute vielleicht vergleichbar mit einem Master of Arts – habe ich nie gemacht. Ich habe vorgesungen, wurde engagiert und stand als Darstellerin auf der Bühne. So einfach – und zugleich so anspruchsvoll – kann ein Weg manchmal verlaufen.

Auch auf diesem Weg begegnete ich Menschen, die bleibende Spuren hinterlassen haben: meine erste Gesangslehrerin Romy Rudolf von Rohr, Heinrich von Bergen, Ursula Bässler, Florian Schneider, Heidi Presacco, Dave Aguilar, Enrico Giordano, Herbert Fischer und Kim Mokke von der Stage School Hamburg – um nur einige zu nennen. Und ab und zu durfte ich auch bei der unvergleichlichen Barbara Locher lernen. Ihr neues Buch hätte ich vor 30 Jahren gebraucht!

Später kamen die Sprachtherapie und Sprachgestaltung hinzu. Auch hier durfte ich von wunderbaren Menschen lernen: von Agnes Zehnter, Dietrich von Bonin, Kirstin Kaiser, Monika Gasser, Sammy Molcho, Irene Orda und vielen weiteren.

Eine Begegnung ist mir dabei ganz besonders in Erinnerung geblieben.

Als ich mit der Sprachtherapie und Sprachgestaltung begann, sass ich einmal mit meiner geschätzten Lehrerin Agnes Zehnter im Auto. Beim Aussteigen sagte sie ganz beiläufig über die Schulter zu mir:

«Weisst du, manche Begegnungen im Leben sind ein Geschenk.»

Dabei lächelte sie mich an.

Damals war es ein schöner Satz. Heute weiss ich genau, was sie damit meinte.

Denn wenn ich auf mein Leben zurückblicke, erkenne ich, wie sehr uns die Menschen prägen, denen wir begegnen. Manche begleiten uns nur ein kurzes Stück. Andere bleiben über Jahrzehnte an unserer Seite. Wieder andere sind längst gegangen – und doch wirken ihre Worte, ihre Haltung und ihre Spuren in uns weiter.

Als ich das NDS BWL absolvierte, sagte ein Lehrer, dessen Namen ich leider vergessen habe: «Jede Sprache ist ein Leben.» Er war Amerikaner, lebte in der Schweiz und hatte für Shell gearbeitet. Ein Mann von Welt.

Auch dieser Satz ist mir geblieben.

Und das gilt nicht nur für Lehrerinnen und Lehrer oder Menschen, die uns beruflich geprägt haben. Es gilt genauso für Freundschaften, für Begegnungen im privaten Umfeld und für all jene Menschen, die unser Leben bereichern, ohne vielleicht selbst zu ahnen, wie viel sie uns mitgegeben haben.

Auch die Wahl des Lebenspartners oder der Lebenspartnerin ist entscheidend. Ich wusste früh, was ich nicht wollte. Ich kannte Männer, die amüsant waren, mit denen man eine schöne Zeit verbringen konnte, die aber nicht zu dem Leben passten, das ich mir vorstellte.

Und dann kam da einer mit Weitblick, unglaublich positiv, aber nicht oberflächlich. Wenn ich sagte: «Ich würde gerne, aber …», liess er das ABER nicht gelten. Er sagte einfach: «DU MUSST ES NUR TUN – VERSUCHE ES!»

Und so sind wir seit 1991 ein Paar. Nicht ohne Höhen und Tiefen – glauben Sie ja nicht, dass das einfach so geht! Aber auch das haben wir immer wieder versucht. Nach zehn Jahren Beziehung wagten wir es, eine Familie zu gründen: zwei Söhne, eine neue Welt ohne Sicherheitsnetz, aber mit dem richtigen Mann an meiner Seite.

Kinder um jeden Preis, nur weil es die Gesellschaft so vorsieht? Nein, das muss nicht sein. Kinder zu haben ist nicht das einzig Seligmachende. Kinder sind eine Lebensaufgabe – das vergessen viele, die «es» einfach tun und eine Familie gründen.

Aber das ist ein anderes Thema …

Wir sind auch die Summe unserer Begegnungen.

Wir werden zu dem, was wir sind, durch die Menschen, die uns fördern, herausfordern, ermutigen und an uns glauben. Durch diejenigen, die uns Türen öffnen, uns etwas zutrauen oder uns im richtigen Moment einen Satz mit auf den Weg geben.

Heute empfinde ich dafür vor allem eines: tiefe Dankbarkeit.

Danke an all die Menschen, die mich bis hierher begleitet und geprägt haben. Danke für euer Wissen, eure Geduld, eure Inspiration und eure Menschlichkeit. Und danke auch an jene, die nicht mehr unter uns sind, aber in meinen Erinnerungen und in meinem Wirken weiterleben.

Vielleicht ist es auch eine schöne Erinnerung daran, unseren Mitmenschen immer wieder einmal zu sagen, was sie uns bedeuten. Denn manchmal wissen wir gar nicht, wie nachhaltig wir das Leben eines anderen Menschen berühren.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein wunderschönes Wochenende – mit wertvollen Begegnungen, schönen Erinnerungen und Menschen, die euer Leben bereichern.

Welche Begegnung hat euer Leben besonders geprägt?

Herzlich,

Tanja Baumberger

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